Oberflächenspannung bei Lederfarbe: Benetzung und Haftung | Lederlexikon

Mit Oberflächenspannung wird die Tendenz einer Flüssigkeitsoberfläche beschrieben, ihre Fläche zu verkleinern. Für den Auftrag von Lederfarbe zählt zusätzlich die Oberflächenenergie des Untergrunds: Beide beeinflussen, ob eine Beschichtung gleichmäßig benetzt oder zu Tropfen zusammenläuft.

Warum perlt Lederfarbe manchmal ab?

Alte Pflegemittel, Silikon, Wachs, Fettrückstände oder eine schlecht benetzbare Beschichtung können dazu führen, dass die Farbe nicht gleichmäßig verläuft. Aber auch ein ungeeignetes Farbsystem, zu viel Produkt und falsch vorbereitete Flächen kommen infrage. Das bloße Abperlen zeigt nicht zuverlässig, welcher Stoff die Ursache ist.

Benetzung ist nicht dasselbe wie Haftung

Eine Flüssigkeit kann sich gut verteilen und nach dem Trocknen trotzdem schlecht haften. Für dauerhafte Haftung spielen Untergrundstabilität, Materialverträglichkeit, Vorbehandlung, Trocknung und Systemaufbau zusammen. Umgekehrt bedeutet ein vorübergehend unruhiger Auftrag nicht immer, dass die Endbeschichtung zwangsläufig fehlschlägt.

Praxis bei der Lederreparatur

Auf geeignetem pigmentiertem Glattleder zunächst reinigen und nur bei Bedarf mit geeignetem Produkt entfetten. Vorhandene Schäden beurteilen und an einer verdeckten Stelle einen Probeanstrich entsprechend der Systemanweisung durchführen. Keine aggressiven Lösungsmittel oder unbekannten Haftvermittler einsetzen.

Häufige Frage: Löst kräftigeres Reiben das Problem?

Nein. Mechanische Überbeanspruchung kann die vorhandene Lederzurichtung entfernen; die Ursache der fehlenden Benetzung bleibt möglicherweise bestehen.

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