Schweißechtheit von Leder: Was Hautkontakt mit der Farbe macht | Lederlexikon
Die Schweißechtheit beschreibt, wie gut Lederfarbstoffe und Oberflächenbeschichtungen einer definierten Einwirkung von Schweiß beziehungsweise schweißähnlichen Prüfflüssigkeiten widerstehen. Sie ist besonders bei Lenkrädern, Armlehnen, Kopfstützen und Sitzwangen wichtig, die häufig direkten Hautkontakt haben.
Woran erkennt man eine eingeschränkte Beständigkeit?
Verfärbungen, klebrige Oberflächen, abgeriebene Farbschichten oder Farbübertragungen können auffallen. Diese Anzeichen sind jedoch nicht beweisend: Hautfett, Pflegeprodukte, Sonnenschutzmittel und mechanischer Abrieb können ähnliche Symptome auslösen. Die Schweißechtheit ist daher nicht mit allgemeiner Abriebfestigkeit oder Reibechtheit gleichzusetzen.
Wie wird sie beurteilt?
In der Materialprüfung werden Belastungen unter festgelegten Bedingungen nachgestellt und Veränderungen der Oberfläche beziehungsweise eine mögliche Farbübertragung bewertet. Aus einem einfachen Wischtest zu Hause lässt sich keine belastbare normgerechte Einstufung ableiten. Angaben hängen von Lederart, Farbsystem und Prüfverfahren ab.
Was bedeutet das für Reinigung und Reparatur?
Auf geeignetem pigmentiertem Glattleder Kontaktflächen regelmäßig mit passendem Reiniger säubern. Vor einer Farbauffrischung Fett- und Pflegefilme materialgerecht entfernen, die Tragfähigkeit der alten Beschichtung prüfen und das vorgesehene Farbsystem beachten. Auf Rauleder und offenporigem Anilinleder nicht pauschal dieselben Produkte einsetzen.
Häufige Frage: Hilft eine Versiegelung?
Eine geeignete Versiegelung kann je nach System die Beanspruchbarkeit einer stabilen Farbschicht unterstützen. Sie ersetzt aber keinen schweißbeständigen Materialaufbau und keine sichere Vorbereitung.