Spaltleder wird aus beim Spalten gewonnenen unteren Hautschichten hergestellt. Es kann eine raue Oberfläche besitzen oder durch eine Beschichtung glatt und genarbt erscheinen.
Wie entsteht Spaltleder?
Dickere Häute können in Schichten getrennt werden. Die obere Schicht trägt die natürliche Narbenseite; darunter gewonnene Schichten werden im Handel als Spaltleder verarbeitet. Der Begriff beschreibt den Materialaufbau, aber noch nicht die fertige Gebrauchsoberfläche.
Rau oder beschichtet: zwei verschiedene Aufgaben
Unbeschichtete Spaltflächen können als Velours genutzt werden. Beschichtetes Spaltleder besitzt dagegen eine aufgebrachte Oberfläche. Deshalb lässt sich aus der Bezeichnung Spaltleder allein weder eine Reinigerempfehlung noch eine Reparaturfreigabe ableiten. Entscheidend sind Beschichtung, Herstellerangabe und Zustand.
Bei ablösender Oberfläche zuerst stoppen
Wenn sich eine Folie oder Beschichtung an mehreren Stellen löst, muss die Haftung des gesamten Aufbaus geprüft werden. Farbe auf lose Schichten aufzutragen stellt die Verbindung zum Untergrund nicht wieder her. Auch ein dick aufgetragener Füller ersetzt keine stabile Trägerschicht. Bei ausgedehnten Schäden kann ein Neubezug sinnvoller sein.
Was Sie vor einer Anfrage dokumentieren sollten
- Materialangabe aus Rechnung oder Produktpass.
- Gesamtansicht und Nahaufnahme einer bereits beschädigten Stelle.
- Verteilung der Schäden: nur Kontaktzone oder mehrere Flächen?
- Bisherige Reinigungs-, Pflege- und Reparaturmittel.
Schneiden oder reißen Sie zur Materialbestimmung keine intakten Bereiche auf.
Häufige Fragen
Ist Spaltleder automatisch Kunstleder?
Nein. Der Träger kann aus tierischer Haut bestehen; trotzdem kann die Beschichtung eine andere Pflege verlangen.
Passt normale Lederpflege?
Das muss für die Oberfläche bestätigt werden. Zur Einordnung helfen Lederzurichtung und der Ratgeber zu beschichteten Reparaturflächen.