Bindemittel sind filmbildende Bestandteile einer Beschichtung. In einer pigmentierten Lederfarbe verbinden sie die Bestandteile zu einer zusammenhängenden Schicht. Ihre Eigenschaften beeinflussen unter anderem Haftung, Griff und Flexibilität des fertigen Aufbaus.
Farbgebung und Filmbildung sind verschiedene Aufgaben
Pigmente liefern die Farbwirkung; das Bindemittelsystem trägt zum Zusammenhalt der Beschichtung bei. Industrielle Lederzurichtungen nutzen unterschiedliche Harzsysteme, beispielsweise auf Acrylat- oder Polyurethanbasis. Aus der bloßen Bezeichnung eines Rohstoffs lässt sich die Eignung einer fertigen Lederfarbe jedoch nicht ableiten.
Maßgeblich ist die gesamte Rezeptur samt Untergrund, Schichtaufbau und Verarbeitung. Der Oberbegriff Zurichtung umfasst mehr als nur die Farbe.
Was bedeutet das für eine Reparatur?
Eine Farbe braucht einen geeigneten, tragfähigen Untergrund. Ein Bindemittel macht eine lose Altbeschichtung nicht automatisch wieder fest und ersetzt keine Nahtreparatur. Bei abplatzenden Schichten müssen zuerst die Ursache und die Vorbereitung geklärt werden.
Keine eigene Rezeptur aus Hausmitteln herstellen
Klebstoff, Acryl-Bastelfarbe oder ein beliebiger Zusatz sind kein geprüfter Ersatz für ein abgestimmtes Lederfarbsystem. Auch die Zugabe von Wasser oder eines weiteren Bindemittels darf nur nach konkreter Produktvorgabe erfolgen. Hinweise für den vorgesehenen Ablauf stehen unter Lederfarbe richtig anwenden.
Häufige Fragen
Ist mehr Bindemittel automatisch haltbarer?
Nein. Eigenschaften hängen vom Verhältnis der Bestandteile und der Verarbeitung ab. Eine allgemeine Zugabemenge wäre keine verlässliche Empfehlung.
Kann ein Bindemittel einen Riss zusammenhalten?
Ein Beschichtungsfilm ist keine konstruktive Verbindung. Für offene Schäden zuerst die Grenzen der Rissreparatur beachten.
Weitere Begriffe im VILOU Lederlexikon.