Schichtdicke bei Lederfarbe: Warum dünner Auftrag wichtig ist | Lederlexikon
Die Schichtdicke bezeichnet die Dicke eines aufgetragenen Beschichtungsfilms. Bei Lederfarbe unterscheidet man die noch feuchte Auftragsmenge von der Dicke des getrockneten Films. Mehr Farbe ist nicht automatisch besser: Schichtaufbau und Elastizität müssen zur beweglichen Lederoberfläche passen.
Welche Eigenschaften beeinflusst die Schichtdicke?
Die Schichtdicke wirkt sich unter anderem auf Deckkraft, optische Gleichmäßigkeit, Griff, Trocknung, Biegsamkeit und mögliche Rissbildung aus. Ein zu dünner Film kann den Untergrund unvollständig abdecken; ein zu dicker Film kann steif wirken, unsauber trocknen oder bei Bewegungen stärker beansprucht werden.
Wie tragen Anwender Lederfarbe auf?
Auf geeignetem pigmentiertem Glattleder und kompatiblen Kunstlederoberflächen nach sorgfältiger Vorbereitung mit Schwamm oder dafür vorgesehenem Spritzverfahren mehrere dünne Schichten aufbringen. Die Wartezeiten und Anwendungstemperaturen des konkreten Systems beachten. Besonders an Falten, Perforationen und Nähten überschüssiges Produkt vermeiden.
Gibt es eine ideale Schichtdicke?
Keine universelle Zahl für jede Lederfarbe. Sie hängt von Bindemittel, Pigmentierung, Auftragstechnik, Untergrund und Versiegelung ab. Technische Angaben des jeweiligen Herstellers sind entscheidend; eine pauschale Millimeterzahl wäre irreführend.
Häufige Frage: Hilft eine dicke Farbschicht gegen Kratzer?
Nein. Abriebfestigkeit entsteht aus dem abgestimmten System und dem tragfähigen Untergrund – nicht einfach durch möglichst viel Material.