Vollnarbig bedeutet, dass die natürliche Narbenschicht erhalten und nicht korrigierend abgeschliffen wurde. Die Bezeichnung beschreibt den Lederaufbau, nicht automatisch seine Pflegeeigenschaften.
Vollnarbig ist nicht gleich offenporig
Ein erhaltenes Narbenbild kann unterschiedlich zugerichtet sein. Die Frage nach Anilin, Semianilin oder Pigmentierung bleibt daher zusätzlich wichtig. Ein hochwertiger Materialaufbau ist keine pauschale Freigabe für beliebige Lederreiniger, Öle oder Farbprodukte.
Natürliche Merkmale richtig beurteilen
Poren, gewachsene Falten und einzelne vernarbte Hautmerkmale können zum Erscheinungsbild gehören. Sie sind nicht dasselbe wie ein später entstandener offener Riss. Entscheidend ist, ob das Material stabil bleibt oder sich unter normaler Nutzung eine Schadstelle öffnet. Bei einem neuen Möbelstück sollten Unklarheiten zuerst mit dem Verkäufer geklärt werden.
Pflege nach Oberfläche auswählen
Nutzen Sie die Materialunterlagen und prüfen Sie die vorgesehene Produktanwendung an einer verdeckten Stelle. Bei offenporigem Leder kann bereits eine geringe Benetzung dunklere Bereiche erzeugen. Eine solche Reaktion ist kein Anlass, die gesamte Fläche ohne Beratung weiter anzufeuchten.
Farbauffrischung bewusst entscheiden
Eine deckende Behandlung kann natürliche Unterschiede verdecken und den ursprünglichen Charakter verändern. Bei geeignetem pigmentiertem Leder ist eine Farbkorrektur anders zu beurteilen als bei transparent gefärbtem Leder. Besprechen Sie deshalb vorab, ob nur ein lokaler Abrieb oder eine komplette optische Veränderung gemeint ist.
Häufige Fragen
Ist Full Grain eine Farbnummer?
Nein. Der Ausdruck bedeutet vollnarbig und sagt nichts über den Farbton.
Ist jede Falte ein Schaden?
Nein. Lesen Sie zur Unterscheidung auch Patina oder Lederschaden sowie Anilinleder erkennen.