Rückfettung von Leder: Bedeutung für Geschmeidigkeit und Pflege | Lederlexikon
Als Rückfettung bezeichnet man in der Lederherstellung die gezielte Einbringung geeigneter Fettungsmittel in das Fasergefüge. Dadurch werden unter anderem Flexibilität, Griff und die Beweglichkeit der Fasern beeinflusst. Der Vorgang ist ein technischer Verarbeitungsschritt und nicht mit dem beliebigen Auftragen von Öl auf ein fertiges Ledermöbel gleichzusetzen.
Warum ist Rückfettung wichtig?
Leder besteht aus einem komplexen Kollagenfasergefüge. Art und Menge der bei der Herstellung verwendeten Fettungsmittel beeinflussen Eigenschaften wie Weichheit, Dehnbarkeit und Verhalten bei Beanspruchung. Zu viel oder falsch verteiltes Material kann ebenfalls unerwünschte Eigenschaften verursachen.
Rückfettung im Gegensatz zur Lederpflege
Eine Pflege auf der Oberfläche fertig zugerichteten Autoleder kann abhängig von Produkt und Material insbesondere den Oberflächenschutz und die Haptik beeinflussen. Sie erreicht aber nicht automatisch die inneren Fasern. Bei stark beschichteten Oberflächen kann ein Lederfett deshalb häufig gar nicht so eindringen, wie die Werbung nahelegt.
Was gilt bei altem und hartem Leder?
Verhärtung kann durch Alterung, falsche Lagerung, Feuchteschäden, Verschmutzung oder Schrumpfung entstehen. Ohne Prüfung lässt sich nicht sagen, ob geeignete Pflege ausreicht. Ein strukturell geschädigtes Leder wird durch Öl oder Fett nicht wieder voll belastbar.
Häufige Frage: Soll ich Autoleder regelmäßig einfetten?
Nicht pauschal. Bei modernem pigmentiertem Autoleder sind materialgerechte Reinigung und ein dazu passender Schutz oft sinnvoller als klassische stark fettende Mittel. Beachten Sie stets die Freigabe für die Lederart.