Durchfärbung von Leder: Fassfärbung und Oberflächenfarbe unterscheiden | Lederlexikon

Durchfärbung beschreibt eine Färbung, die in den Lederquerschnitt reicht. Sie unterscheidet sich von einer farbgebenden Schicht auf der Oberfläche. Ein Leder kann durchgefärbt sein und trotzdem zusätzlich eine pigmentierte Zurichtung besitzen.

Warum beide Färbungen nebeneinander vorkommen

Farbe im Fasergefüge und Farbe in einer Beschichtung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Durchfärbung beschreibt nicht automatisch den Glanz oder die Deckkraft der Oberfläche. Eine zusätzliche Zurichtung kann das sichtbare Erscheinungsbild weiter bestimmen.

Deshalb bedeutet „durchgefärbt“ weder „offenporig“ noch „pflegefrei“. Die spätere Produktauswahl richtet sich nach dem fertigen Material und dessen Oberfläche.

Warum trotzdem helle Kratzer entstehen können

Bei einem Kratzer können die oberste Beschichtung, die Struktur oder das Leder selbst verändert sein. Eine ähnliche Farbe im Querschnitt stellt fehlendes Material nicht wieder her. Aus der Helligkeit einer Schadstelle allein lässt sich außerdem nicht sicher auf die ursprüngliche Durchfärbung schließen.

Für die Reparatur zuerst unterscheiden

  • Geschlossene Fläche mit Farbverlust: Eignung für eine lokale Farbauffrischung prüfen.
  • Stabile kleine Vertiefung: Zusätzlich den Einsatz von Flüssigleder prüfen.
  • Offener oder beweglicher Riss: Tragfähigkeit und notwendige Stabilisierung fachlich klären.

Häufige Fragen

Kann ich die Durchfärbung durch Anschneiden testen?

Beschädigen Sie dafür keinen fertigen Bezug. Nutzen Sie vorhandene Materialunterlagen oder ein bereits verfügbares Muster. Ein einzelner Schnitt wäre zudem keine vollständige Materialprüfung.

Ist deckende Lederfarbe dasselbe wie Fassfärbung?

Nein. Eine Oberflächenauffrischung bildet nicht den industriellen Färbeprozess im Lederquerschnitt nach. Der Eintrag zu pigmentiertem Leder erklärt die beschichtete Oberfläche.

Weitere Begriffe im VILOU Lederlexikon.