Pigment und Farbstoff bei Leder: Der Unterschied | Lederlexikon

Pigmente sind im Beschichtungsmedium fein verteilte, im jeweiligen Medium im Wesentlichen unlösliche Farbpartikel. Farbstoffe sind Farbmittel, die für den jeweiligen Färbeprozess gelöst vorliegen können und beispielsweise in Lederfasern eindringen. Beide können bei der Lederherstellung eingesetzt werden, übernehmen aber nicht dieselbe Funktion.

Wie werden Pigmente in Lederfarben genutzt?

Deckende Oberflächenfarben für viele Auto- und Möbelleder enthalten Pigmente in einem geeigneten Bindemittel. Das System bildet eine sichtbare Farbschicht. Deckkraft hängt nicht nur von der Pigmentmenge ab, sondern auch von Pigmentart, Untergrund, Bindemittel und Schichtdicke. Ein hoher Pigmentanteil bedeutet daher nicht automatisch höhere Haltbarkeit.

Welche Rolle spielen Farbstoffe?

Farbstoffe können im Färbeprozess Leder durchfärben oder bestimmte optische Effekte erzeugen. Bei offenporigen Lederarten kann die natürliche Struktur besser erkennbar bleiben. Solche Oberflächen reagieren oftmals empfindlicher auf Flecken und ungeeignete Reinigung. Es gibt Übergänge und kombinierte Systeme; die Unterscheidung ist nicht einfach „natürlich gegen künstlich“.

Was bedeutet das für Reparaturen?

Eine pigmentierte, stabile Oberfläche lässt sich unter passenden Voraussetzungen deckend farblich auffrischen. Eine solche Reparatur verändert aber den Charakter von offenporigem Anilinleder. Materialart und vorhandene Zurichtung müssen deshalb vor dem Kauf einer Farbe geklärt werden.

Häufige Frage: Kann ich jede Lederart mit pigmentierter Lederfarbe behandeln?

Nein. Rauleder, viele offenporige Leder und instabile Beschichtungen benötigen ein anderes Vorgehen und sollten nicht pauschal deckend eingefärbt werden.

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