Druckstellen in Leder: Entstehung und Reparaturgrenzen | Lederlexikon

Als Druckstelle bezeichnet man die sichtbare oder fühlbare Veränderung einer Lederoberfläche nach punktueller oder länger andauernder Belastung. Bekannt sind Abdrücke von Gegenständen auf dem Ledersofa oder von Kindersitzen auf der Fahrzeugrückbank. Eine Druckstelle muss nicht mit einem Lederdefekt gleichzusetzen sein.

Was verändert sich bei Druckbelastung?

Die Lederoberfläche, die darunterliegende Polsterung oder beide können komprimiert werden. Manchmal ist nur eine vorübergehende Mulde sichtbar. Längere oder hohe Belastung kann aber auch bleibende Knicke, verdrückte Schäume oder beschädigte Nähte hinterlassen. Besonders an gekrümmten Sitzwangen wirken zusätzlich Zug- und Scherkräfte.

Druckstelle oder Farbabrieb?

Eine gleichmäßige Mulde bei intakter Farbe ist etwas anderes als eine helle, raue Stelle mit fehlender Zurichtung. Eine Reinigung kann Schmutz und den optischen Eindruck verändern, macht aber keine verformte Polsterung wieder neu. Lederfarbe ist nur für geeigneten tatsächlichen Farbverlust relevant.

Was sollte man vermeiden?

Kein Bügeleisen, heißen Dampf oder starke lokale Wärme benutzen. Unkontrollierte Erwärmung kann Zurichtung, Kleber und Polster schädigen. Bei sicherheitsrelevanten Autositzen und Kindersitzen keine nicht freigegebenen zusätzlichen Unterlagen verwenden.

Häufige Frage: Gehen Druckstellen von selbst weg?

Oberflächliche Abzeichnungen können nachlassen; bei beschädigter Beschichtung oder Polsterung ist eine vollständige Rückbildung nicht sicher.

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